
E-Commerce kompakt: Kaufland in Spanien, Steuer auf Plastikverpackungen, neue Regeln für „Später zahlen“
„E-Commerce kompakt“ ist unser tägliches News-Format für Onlinehändler: drei Meldungen, jeweils mit dem, was sie für deinen Shop bedeuten. Das Video dazu lief am 7. Oktober 2026 auf Instagram, Facebook, LinkedIn und YouTube. Hier sind die drei Themen in ausführlicher Form.
1. Kaufland startet seinen Marktplatz in Spanien
Seit dem 7. Oktober 2026 ist der Kaufland-Marktplatz auch in Spanien online. Es ist das neunte Land nach Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Polen, Österreich, Frankreich, Italien und den Niederlanden. Zum Start sind über 3.100 Händler mit mehr als zehn Millionen Artikeln in über 6.400 Kategorien dabei; europaweit verkaufen mehr als 15.000 Händler auf den Kaufland-Plattformen.
Spanien ist mit rund 38 Milliarden Euro Jahresumsatz der fünftgrößte E-Commerce-Markt Europas, ein großer Teil davon läuft bereits über Marktplätze. Für den Einstieg bietet Kaufland neben seiner All-in-one-Lösung einen EPR-Service, der die in Spanien gesetzlich vorgeschriebenen EPR-Nummern hinterlegt.
Für dich heißt das: Wenn du schon auf Kaufland verkaufst, ist Spanien ein naheliegender nächster Markt. Prüfe vorher, welche Registrierungspflichten (EPR) für deine Produkte gelten, und rechne Versand und Retouren nach Spanien sauber durch.
Quelle: etailment – Nummer neun: Kaufland startet Marktplatz in Spanien (07.10.2026)
2. Koalition plant Steuer auf Kunststoff in Verpackungen
CDU/CSU und SPD planen ab Juli 2027 eine Steuer auf Kunststoff in Verpackungen. Erfasst werden sollen auch Folien, Verschlüsse, Deckel und Kunststoffkapseln; Verbundverpackungen fallen darunter, wenn ihr Kunststoffanteil über 5 % liegt. Steuerpflichtig wären Hersteller und Importeure von Verpackungen, nicht direkt der Handel. Recycelter Kunststoff soll auf Antrag steuerfrei bleiben können.
Hintergrund ist die EU-Plastikabgabe von 80 Cent pro Kilogramm nicht recycelter Kunststoffverpackungsabfälle, die Deutschland bisher aus Steuermitteln bezahlt. Der Bund rechnet für 2027 mit zusätzlichen Einnahmen von 805 Millionen Euro, ab 2028 mit knapp 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Der Gesetzentwurf wird noch abgestimmt.
Für dich heißt das: Auch wenn die Steuer bei Herstellern und Importeuren anfällt, können die Kosten über deine Lieferanten bei dir ankommen. Behalte das Verfahren im Blick und prüfe, wo du Kunststoff in deinen Versandverpackungen reduzieren oder durch Recyclingmaterial ersetzen kannst.
Quelle: OnlinehändlerNews – Neue Verpackungssteuer ab 2027 (06.10.2026), etailment – Koalition plant Steuer auf Kunststoff in Verpackungen (07.10.2026)
3. Ab 20. November wird „Später zahlen“ oft zum Verbraucherkredit
Mit der Umsetzung neuer Verbraucherkreditvorgaben ändert sich am 20. November 2026 die Lage für Buy Now, Pay Later. Angebote, die bisher ausgenommen waren – etwa Kleinkredite unter 200 Euro sowie zins- und gebührenfreie Finanzierungen –, fallen künftig häufig unter das Verbraucherdarlehensrecht. Dann gelten strengere Vorgaben zur Kreditwürdigkeitsprüfung und zusätzliche Informationspflichten.
Ausgenommen bleiben kann ein zins- und gebührenfreier Zahlungsaufschub, wenn die Rechnung spätestens 50 Tage nach Lieferung oder Leistung vollständig bezahlt werden muss und Verzugskosten begrenzt sind. Für große Online-Anbieter, die nicht mehr unter die EU-KMU-Definition fallen, ist die Ausnahme grundsätzlich auf Zahlungsziele von höchstens 14 Tagen beschränkt.
Für dich heißt das: Liste auf, welche Zahlungsarten du anbietest, kläre deine Rolle (Kreditgeber, Vermittler oder keins von beiden) und prüfe die Verträge mit externen Anbietern wie Klarna oder PayPal auf Änderungen zum November. Passe danach Checkout-Hinweise und Finanzierungswerbung an.
Quelle: OnlinehändlerNews – Buy Now, Pay Later: Was kommt im November auf Online-Shops zu? (06.10.2026)
E-Commerce kompakt erscheint regelmäßig als Kurzvideo auf den Seller2Go-Kanälen und hier im Blog. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
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