E-Commerce kompakt: Weniger Amazon-Händler, drei Abmahnfallen, Relaxdays im Baumarkt
Warum es weniger deutsche Amazon-Händler gibt, welche drei Abmahnfallen gerade zuschlagen, wie Relaxdays mit Eigenmarken in den Baumarkt will – und der SellerDay-Termin. Die E-Commerce-News vom 26.10.2026.

Inhalt
„E-Commerce kompakt“ ist unser tägliches News-Format für Onlinehändler: kurze Meldungen, jeweils mit dem, was sie für deinen Shop bedeuten. Das Video dazu lief am 26. Oktober 2026 auf Instagram, Facebook, LinkedIn und YouTube.
1. Weniger deutsche Händler auf Amazon
Laut Amazon setzten deutsche kleine und mittlere Unternehmen 2025 über 20 Milliarden Euro auf der Plattform um und verkauften mehr als 750 Millionen Produkte. Der Auslandsumsatz lag bei 5,9 Milliarden Euro – nach einer Verdopplung zwischen 2019 (2,75 Milliarden) und 2024 (5,7 Milliarden) wuchs er nur noch um wenige Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl aktiver deutscher Händler von rund 47.000 auf gut 40.000 – das Niveau von 2021. Amazon kommt in Deutschland auf rund 63 Prozent Anteil am Onlinehandel.
Für dich heißt das: Amazon bleibt der größte Kanal, aber das Wachstum kommt nicht mehr von allein. Setz nicht nur auf einen Kanal – denk eigenen Shop und weitere Marktplätze mit.
Quelle: etailment – Deutsche Amazon-Händler setzen über 20 Mrd. Euro um (23.10.2026)
2. Drei aktuelle Abmahnfallen
Der Händlerbund berichtet von drei aktuellen Abmahnungen:
- Fehlende Inhaltsstoffe: Bei einer Parfümverkäuferin auf Amazon fehlten die Inhaltsstoffe in den Produktinformationen – eine Mitbewerberin mahnte ab.
- Werbung in der Bestellbestätigung: Ein Hinweis auf eine Bewertung in der Bestellbestätigung wurde als Werbung ohne Einwilligung abgemahnt (572,21 Euro). Der Begriff Werbung wird weit ausgelegt.
- „CE-zertifiziert“: Das CE-Zeichen ist eine Selbstauskunft des Herstellers und keine Zertifizierung; für viele Produkte ist es ohnehin Pflicht. Die Werbung damit galt als irreführend (350 Euro).
Für dich heißt das: Halte Bestellbestätigung und Rechnung werbefrei, sofern keine Einwilligung vorliegt, gib bei Kosmetik und Parfum die Inhaltsstoffe an und streiche „CE-zertifiziert“ aus deinen Texten.
Quelle: OnlinehändlerNews – Von Parfum bis E-Mail-Werbung: Diese Abmahnrisiken treffen Händler (23.10.2026)
3. Relaxdays: Vom Onlineshop ins Baumarktregal
Der Onlinehändler Relaxdays aus Halle (aktuell rund 130 Millionen Euro Umsatz) will seine rund 20.000 Eigenmarkenartikel für Haushalt, Garten und Freizeit künftig auch über Discounter und Baumärkte verkaufen – unter der Marke Relaxdays oder als Handelsmarke des jeweiligen Partners. Ziel sind mindestens 300 Millionen Euro Umsatz innerhalb von fünf Jahren. Leiten soll die Expansion Kay Linke, zuvor langjähriger Chef von Mäc Geiz. Welche Handelspartner zuerst dabei sind, ist noch offen.
Für dich heißt das: Mit einer eigenen Marke stehen dir mehr Vertriebswege offen als nur der Marktplatz – bis hin zum stationären Handel.
Quelle: etailment – Relaxdays will vom Checkout ins Baumarktregal (23.10.2026), nach Handelsblatt
4. Termin: Händlerbund SellerDay am 29. Oktober
Am Donnerstag, 29. Oktober 2026, findet im Congress Center Leipzig der Händlerbund SellerDay statt. Auf dem Programm stehen Amazon, eBay, KI, Marketing, Steuern und Internationalisierung sowie rechtliche Neuerungen wie die Verpackungsverordnung – in Vorträgen von 30 bis 45 Minuten und einstündigen Workshops.
Für dich heißt das: Wer in der Nähe ist, wirft noch einen Blick ins Programm.
Quelle: OnlinehändlerNews – Händlerbund SellerDay 2026
E-Commerce kompakt erscheint regelmäßig als Kurzvideo auf den Seller2Go-Kanälen und hier im Blog.



