
E-Commerce-Wochenrückblick KW 42: Temu-Einbruch, FBA-Zuschlag, Produkthaftung, KI-Traffic, Warenkorb-Mails, eBay-Grundpreis
Jeden Tag bringen wir in „E-Commerce kompakt“ die wichtigsten Meldungen für Onlinehändler. Zum Wochenende fassen wir die Woche vom 12. bis 16. Oktober 2026 zusammen – plus ein Thema, das neu dazugekommen ist.
1. China-Plattformen verlieren ein Drittel Umsatz
Laut bevh setzten Shein, Temu und AliExpress im dritten Quartal in Deutschland 566 Millionen Euro um, 35,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Ihr Marktanteil sank auf 3,1 Prozent. Der Verband sieht die Zollpauschale seit Juli als Grund. Für dich heißt das: weniger Preisdruck durch Billig-Importe. Quelle
2. FBA-Hochsaison: 27 Cent extra
Vom 15. Oktober bis 14. Januar verlangt Amazon für ausgewählte FBA-Bestellungen in Deutschland im Schnitt 0,27 Euro Zuschlag je Artikel (Vorjahr 0,19 Euro). Für Prime in der Black-Friday-Woche sollte Ware bis 21. Oktober im Lager sein. Für dich heißt das: Zuschlag in die Q4-Preise einrechnen. Quelle
3. Neue Produkthaftung ab 9. Dezember
Der Bundestag hat die Reform beschlossen. Ist kein verantwortlicher Akteur in der EU greifbar, kann der Händler haften – es sei denn, er nennt binnen eines Monats Hersteller oder Vorlieferanten. Für dich heißt das: Lieferkette dokumentieren, bei Drittland-Ware EU-Importeur prüfen. Quelle
4. KI-Besucher kaufen 80 Prozent häufiger
Nach Shopify-Daten für das zweite Quartal konvertiert Traffic aus KI-Assistenten 80 Prozent besser als organische Suche, der Bestellwert ist 14 Prozent höher. Es sind plattformeigene Zahlen ohne veröffentlichte Methodik. Für dich heißt das: Produktdaten vollständig und eindeutig pflegen. Quelle
5. Warenkorb-Erinnerungen sind Werbung
Die Datenschutzbehörde NRW wertet Erinnerungsmails nach einem abgebrochenen Kauf ohne ausdrückliche Einwilligung als unzulässige Werbung. Ein Kundenkonto oder ein gefüllter Warenkorb macht niemanden zum Bestandskunden. Für dich heißt das: Warenkorb-Mails nur mit Einwilligung. Quelle
6. Neu: eBay-Fehler beim Grundpreis
Laut wortfilter berechnet eBay seit einigen Tagen den Grundpreis bei Kosmetik und Lebensmitteln pro 100 Milliliter, obwohl Händler Liter angeben. Seit der Reform der Preisangabenverordnung 2022 sind als Bezugsgröße nur noch 1 Kilogramm, 1 Liter usw. zulässig. Für die falsche Anzeige haften nach außen die Händler; wortfilter berichtet von ersten Abmahnungen. eBay bestätigte nur, die Technik sei informiert. Als Behelf berichten Händler, dass die Eingabe der Menge mit Punkt statt Komma (0.25 statt 0,25) die Anzeige korrigiert. Für dich heißt das: Grundpreise auch in Suche und Übersicht prüfen, Fehler mit Screenshots dokumentieren und bei bestehender Unterlassungserklärung betroffene Angebote notfalls offline nehmen. Quelle
E-Commerce kompakt erscheint regelmäßig als Kurzvideo auf den Seller2Go-Kanälen und hier im Blog. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
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