Register
Recht und Gebühren

Q4 2026 für Online-Händler: FBA-Gebühren, Fristen, Streichpreise und Checkliste bis Weihnachten

Black Friday fällt 2026 auf den 27. November, Weihnachten auf einen Freitag. Dieser Leitfaden bündelt, was für das Weihnachtsgeschäft 2026 offiziell feststeht: FBA-Gebühren, Amazon-Fristen, Regeln für Rabattwerbung und DHL-Versandschluss. Dazu eine Checkliste bis Januar.

Datum
Lesezeit
6 Min.
Kalender mit 21.10., 18.11., Black Friday am 27.11. und 22.12., daneben ein Preisschild mit −20 % ohne 30-Tage-Tiefstpreis.
Inhalt

Black Friday fällt 2026 auf Freitag, den 27. November, Cyber Monday auf den 30. November. Heiligabend ist ein Donnerstag. Für Online-Händler heißt das: Die wichtigsten Fristen liegen früher, als es sich anfühlt. Einige davon laufen schon in dieser Woche ab.

Dieser Leitfaden bündelt, was für das Weihnachtsgeschäft 2026 offiziell veröffentlicht ist, und macht daraus eine Checkliste bis Januar. Wo es noch keine offiziellen Angaben für 2026 gibt, sagen wir das. Alle Angaben: Stand 19. Oktober 2026.

Amazon FBA: Was in der Hochsaison mehr kostet

Versandgebühren. Laut Amazon-Tarifübersicht (gültig ab 1. Juli 2026) gelten vom 15. Oktober 2026 bis 14. Januar 2027 Hochsaison-Versandgebühren für Versand durch Amazon, ausgenommen Bekleidung. Ab dem 15. Januar 2027 gelten wieder die normalen Tarife, die gegenüber 2026 unverändert bleiben.

Amazon beziffert den Aufschlag für Deutschland auf durchschnittlich 0,27 € pro Artikel. Betroffen sind kleine und Standardpakete. Ausgenommen sind laut Amazon Artikel mit Übergröße, Artikel im Niedrigpreisversand und Lieferungen an Kunden in anderen EU-Ländern. Zur Einordnung des Anstiegs gegenüber dem Vorjahr siehe unser E-Commerce kompakt vom 13. Oktober.

Ein Beispiel aus der Tarifübersicht: Ein Standardpaket bis 900 g kostet beim Versand nur aus Deutschland 3,66 € statt 3,44 €, also 0,22 € mehr. Der Durchschnittswert hilft bei der groben Planung. Für Ihre Kalkulation zählen die Werte für Ihre Größen- und Gewichtsklassen.

Hinzu kommt der Treibstoff- und Logistikaufschlag von 1,5 % auf die FBA-Versandgebühren, den Amazon seit dem 17. April 2026 unter anderem im deutschen Store erhebt. Er gilt auch während der Hochsaison.

Lagergebühren. Die monatlichen Lagergebühren steigen jedes Jahr von Oktober bis Dezember. Laut Tarifübersicht für nicht gefährliche Güter in Standardgröße (außer Kleidung, Schuhe, Brillen, Taschen):

  • Januar bis September: 27,54 € pro m³ und Monat
  • Oktober bis Dezember: 52,20 € pro m³ und Monat

Bei Übergröße sind es 21,78 € bzw. 34,49 €. Dazu kann der Lagernutzungszuschlag kommen, wenn Ihr Bestand im Verhältnis zum Absatz der letzten 13 Wochen hoch ist. Das spricht gegen Vorrat „auf Verdacht“: Jeder Kubikmeter, der im Dezember nicht verkauft wird, kostet in diesen Monaten fast doppelt so viel.

Amazon-Fristen für die Black-Friday-Woche

Amazon hat im Seller Forum die Fristen für den Verkaufspeak 2026 veröffentlicht:

  • 21. Oktober 2026: Ware muss in den europäischen Logistikzentren sein, damit sie in der Black-Friday-Woche mit Prime-Kennzeichnung angeboten werden kann.
  • 18. November 2026: Frist für die Einreichung von Angeboten (Deals) für die Black-Friday-Woche.
  • Promotion-Gebühren in Deutschland: 16 € pauschal pro Aktion plus 0,75 % des Aktionsumsatzes, höchstens 1.000 €.

Die Frist vom 21. Oktober bezieht sich auf die Prime-Kennzeichnung in der Aktionswoche. Ware, die später ankommt, ist für die Aktion womöglich nicht rechtzeitig verfügbar.

Kapazität: Konkrete Kapazitätslimits nennt Amazon nicht. Laut Ankündigung konzentrieren sich die Logistikzentren im September und Oktober auf den Wareneingang, im November und Dezember auf Kundenbestellungen. In der Hochsaison gibt es nur begrenzte Zeitfenster für Anlieferungen. Wer mehr Volumen erwartet, kann über den Kapazitätsmanager zusätzlichen Platz beantragen. Ihre aktuellen Limits sehen Sie in Seller Central.

Rabattwerbung: der 30-Tage-Tiefstpreis

Wer mit einer Preisermäßigung wirbt, etwa mit Streichpreis oder „-20 %“, muss nach § 11 der Preisangabenverordnung (PAngV) den niedrigsten Gesamtpreis angeben, den er in den letzten 30 Tagen vor der Ermäßigung von Verbrauchern verlangt hat.

Der Europäische Gerichtshof hat am 26. September 2024 (Rechtssache C-330/23, Aldi Süd) klargestellt: Auch die beworbene Ermäßigung selbst muss sich auf diesen 30-Tage-Tiefstpreis beziehen, nicht auf den zuletzt verlangten Preis. Ein Hinweis im Kleingedruckten reicht nicht.

Für den Black Friday bedeutet das konkret:

  • Für eine Aktion ab dem 27. November zählt der Zeitraum vom 28. Oktober bis 26. November.
  • Waren Sie in diesem Zeitraum einmal günstiger, ist dieser Preis der Bezugspunkt. Eine Preiserhöhung kurz vor der Aktion verschafft Ihnen also keinen größeren Rabatt.
  • Halten Sie Ihre Preishistorie je Artikel und Kanal fest, damit Sie den Bezugspreis belegen können.

Ausnahmen nennt § 11 Abs. 4 PAngV unter anderem für individuelle Preisermäßigungen und für schnell verderbliche Ware. Für schrittweise Preissenkungen gilt eine Sonderregel (§ 11 Abs. 2).

Rückgaben im Weihnachtsgeschäft

Amazon: Im Vorjahr hat Amazon die Rückgabefrist für Käufe zwischen 1. November und 25. Dezember verlängert. Die Regel galt auch für Marketplace-Händler. Eine entsprechende Ankündigung für 2026 haben wir in offiziellen Quellen Stand 19. Oktober 2026 noch nicht gefunden. Übernehmen Sie die Vorjahresregeln nicht ungeprüft: Behalten Sie die Ankündigungen in Seller Central im Blick und passen Sie Ihre Rückgabebedingungen an, sobald die Regeln für 2026 feststehen.

Eigener Shop: Seit dem 19. Juni 2026 gilt § 356a BGB. Wer online Fernabsatzverträge mit Verbrauchern abschließt, muss eine elektronische Widerrufsfunktion anbieten, beschriftet mit „Vertrag widerrufen“ oder gleichbedeutend. Prüfen Sie vor dem Ansturm, ob sie funktioniert und gut auffindbar ist.

Kaufland, eBay, Otto: Offizielle Angaben zu verlängerten Rückgabefristen für 2026 lagen uns bis Redaktionsschluss nicht vor. Prüfen Sie den Händlerbereich des jeweiligen Marktplatzes.

Versandschluss vor Weihnachten

DHL hat die Fristen für 2026 veröffentlicht: Bei einer Regelabholung bis einschließlich Dienstag, 22. Dezember, werden DHL-Pakete innerhalb Deutschlands in der Regel bis Donnerstag, 24. Dezember, zugestellt. Am 24. Dezember finden in der Regel keine Abholungen statt.

Zu beachten:

  • DHL empfiehlt, 1 bis 3 Tage früher einzuliefern.
  • Das DHL Kleinpaket und Sperrgut sind nicht Teil dieses Leistungsversprechens.
  • Für Inseln, entlegene Gebiete und Sperrgut empfiehlt DHL 2 bis 3 Tage Vorlauf.
  • Für Auslandssendungen gelten frühere Termine, gestaffelt nach Zielland (laut DHL zwischen dem 7. und 21. Dezember).

Kommunizieren Sie Ihren eigenen Bestellschluss für die Lieferung vor Weihnachten im Shop und in den Angeboten, und zwar mit Puffer zur Abholung.

Checkliste: Woche für Woche bis Januar

Bis 21. Oktober

  • FBA-Ware für die Black-Friday-Woche muss in den europäischen Logistikzentren sein.
  • Hochsaisongebühren (seit 15. Oktober) und 1,5 % Aufschlag in die Preise einrechnen.

26. Oktober bis 8. November

  • Preise für Aktionsartikel festlegen. Ab dem 28. Oktober läuft das 30-Tage-Fenster für Black-Friday-Rabatte.
  • Preishistorie je Artikel und Kanal sichern.
  • Lagerbestand prüfen: Was bis Dezember nicht verkauft wird, kostet erhöhte Lagergebühren.

9. bis 22. November

  • Deals für die Black-Friday-Woche bis 18. November einreichen.
  • Streichpreise und Rabattangaben gegen den 30-Tage-Tiefstpreis prüfen.
  • Widerrufsfunktion und Rückgabeinformationen im eigenen Shop testen.

23. bis 30. November

  • Black Friday (27.11.) und Cyber Monday (30.11.): Bestände, Bestellungen und Preisänderungen täglich prüfen.
  • Kundenanfragen und Stornos zeitnah bearbeiten.

1. bis 13. Dezember

  • Amazon-Ankündigung zur Weihnachtsrückgabe prüfen und Rückgabebedingungen anpassen.
  • Letzte Nachlieferungen planen, Auslandsversand früh abschließen.
  • Bestellschluss für Lieferung vor Weihnachten im Shop und in den Angeboten ankündigen.

14. bis 24. Dezember

  • Eigenhändigen Versand so planen, dass die Pakete einige Tage vor dem 22. Dezember abgeholt werden.
  • Am 22. Dezember den Bestellschluss für die Lieferung bis Heiligabend umsetzen.

Januar 2027

  • Ab 1. Januar gelten wieder die niedrigeren Lagergebühren, ab 15. Januar die normalen FBA-Versandgebühren.
  • Retouren aus dem Weihnachtsgeschäft zügig bearbeiten und die Saison auswerten.

Bestellungen unterwegs im Blick

In der Spitze zählt, dass Sie Probleme früh bemerken. Die Seller2Go App zeigt Bestellungen mit Zahlungs- und Versandstatus auf dem Smartphone und meldet, wenn ein Shop unerwartet die Verbindung verliert.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Gebühren und Fristen können sich ändern. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben in Seller Central und bei Ihrem Versanddienstleister. Stand: 19. Oktober 2026.

Bereit für den nächsten Schritt? Lassen Sie uns sprechen!

Persönliche Beratung

Haben Sie Fragen zur Implementierung oder Skalierung? Unser Team analysiert Ihre Anforderungen und findet die passende Strategie für Ihr Wachstum.

Projekt anfragen

Erzählen Sie uns von Ihrem Vorhaben. Wir unterstützen Sie dabei, JTL-Wawi und Seller2Go perfekt in Ihr Business zu integrieren.

Seller2Go Maskottchen mit einem Fragezeichen-Schild